Feuerwehr verliert historischen Oldtimer Schatz

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Feuerwehr verliert historischen Oldtimer Schatz

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Die Feuerwehr Wolfach musste sich gestern beim Einsatz im Gewerbegebiet am Straßburgerhof von ihrer Oldtimer-Kraftfahrspritze verabschieden. Das Fahrzeug parkte in der Lagerhalle die in Flammen stand. Für den historischen Benz der Wolfacher Wehr kam jeder Rettungsversuch zu spät.

Rund 120 Rettungskräfte im Einsatz

dsc_0594Gegen 9 Uhr meldete ein Anwohner am Sonntag, 20. November 2011, den Brand in der Lagerhalle des Betriebs Hartstahl Echle im Wolfacher Gewerbegebiet in der »Unteren Zinne«. Das Garagenlager der Produktionshalle brannte. In dieser Halle stand das historische Fahrzeug der Wolfacher Feuerwehr.

Rund 120 Rettungskräfte versuchten zu retten, was zu retten war. Drei Feuerwehrmänner versuchten den 2,5-Tonner mit Muskelkraft aus der Halle zu schieben. Doch erst als ein Wagen mit Abschleppseil vor Ort war, konnte das Fahrzeug ins Freie befördert werden. Es war bereits in Brand geraten. Ungläubig standen die Feuerwehrmänner vor der ausgebrannten Karosserie, in die die Kameraden der Historischen Gruppe rund 5000 Arbeitsstunden investiert haben.

Fahrzeug hatte einen unersetzbaren Wert

dsc_0634Kommandant Christoph Mayer ist fassungslos angesichts des Verlusts: »Das Fahrzeug hatte einen unersetzbaren Wert. Es hängen sehr viele Emotionen an diesem Auto. Für den ein oder anderen ist es, als wäre ein Kind gestorben. Der Verlust hat alle Wehrler bis ins Mark getroffen.«Bürgermeisterstellvertreter Manfred Schafheutle, der selbst der Historischen Gruppe der Wehr angehört ist ebenfalls fassungslos. »Es ist sehr tragisch, dass das Aushängeschild der Wehr nicht mehr da ist. Aber ich bin zuversichtlich, dass das noch nicht das Ende des Benz gewesen ist. Die Benztruppe steht und es ist noch zu früh, um ihn ganz abzuschreiben. Es wird mit Sicherheit eine Herkulesaufgabe«, so Schafheutle. Man müsse das positive sehen. Schließlich seien ein Vollbrand und das Übergreifen der Flammen auf die Lackieranlage verhindert worden.

"Alte" und "Goldstück"

Blick zurück: 1926 hat die Feuerwehr die Kraftfahrspritze für 28.000 Reichsmark gekauft. Im Zweiten Weltkrieg musste die »Alte«, wie sie von Liebhabern genannt wurde, nach Straßburg. Dort waren alle anderen Fahrzeuge mit Luftreifen steckengeblieben – die »Alte« hatte Vollgummireifen und kämpfte sich 1944 durch die Trümmer. 1967 wurde das Auto ausgemustert und 1970 verkauft.
20 Jahre später hatte eine Gruppe von Feuerwehrmännern die Idee, das Fahrzeug wiederzubeschaffen. Die Wehrler suchten nach dem »Goldstück«. Bei der Fliegerhortfeuerwehr der Heereswaffenschule in Bückeburg wurde die Benz-Autospritze gefunden.

Die Freude war groß, dass das Fahrzeug nicht in der Schrottpresse gelandet war. Es wurde bis auf den Rahmen auseinandergebaut. Da es keine Pläne und Zeichnungen der Karosserie gab, wurden alle Details fotografiert, sodass das Fahrzeug problemlos wieder zusammengebaut werden konnte

Die Armaturen aus Messing wurden aufpoliert, das Fahrgestell und der Aufbau sandgestrahlt und in den Originalfarben lackiert. 1997 kam die »Alte« tatsächlich durch den TÜV und war seitdem der ganze Stolz der Historischen Gruppe. Bei vielen Oldtimertreffen konnte der Benz begutachtet werden. Und die Mitglieder der historischen Gruppe haben sich sogar stilechte Mannschaftsbekleidung aus den 20er-Jahren fertigen lassen.

Die Messinghelme mit Roßhaarbusch und Schuppenbändern kamen von einem Spezialisten und komplettierten das Gesamtbild. Bei vielen Demonstrationen bewiesen die Hobbyschrauber, dass sogar die alte Pumpe wieder einsatzfähig war. Das glänzende Rot, die helle Alarmglocke und das Wappen auf der Fahrertür – nichts davon war nach dem Brand zu erkennen.

 

(Quelle: Offenburger Tageblatt, Autor: Meike Pollak, vielen Dank für die Überlassung)

 

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